45 Tage achtsam leben – Fasten 1x anders

Die Fastenzeit ist jedes Jahr Anlass für viele, 40 Tage (die Sonntage werden rein theoretisch nicht dazuzählt) seine Ernährungsgewohnheiten oder den Lebensstil rapide umzustellen.

Im einfachsten Fall wird alles weggelassen, was den Rest des Jahres heiß begehrt ist wie Zigaretten, Kaffee, Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch uvm. Andere wiederum versuchen mit teils fragwürdigen Methoden, mit oder ohne fachkundiger Begleitung ihren Körper zu säubern. Fasten-Wochen und Detox-Kuren boomen, Heilfasten-Institute, Hypnose-Therapeuten und Schlankheits-Studios sind bereit für willige Testobjekte. Fix ist: Ein ganzer Wirtschaftszweig freut sich auf diese geldbringende Zeit. Säfte, Pulver, Elixiere, Sprays, Nahrungsergänzungsmittel, Pflaster, … alles verspricht uns eine Verbesserung von was auch immer …

Was ist jetzt aber, wenn man vom Fasten fastet? Was ist wenn ich 45 Tage lang nicht einfach was weglasse, sondern etwas anders mache als sonst oder sogar zum Alltäglichen dazugebe? Und das komplett kostenlos? Hmm … das geht? Ich sage JA! Es ist der Versuch 45 Tage lang die Achtsamkeit ins Leben zu holen.

45 Tage achtsam leben

Ich habe hier ein paar konkrete Vorschläge für dich, wie deine 45 Tage aussehen könnten. Die Liste ist ein Impulsgeber, und kann beliebig verändert und erweitert werden. Du musst auch nicht bis zum Aschermittwoch damit warten. Es ist keine Eingewöhnungsphase notwendig, du brauchst dir auch nichts aus dem Detox-Shop holen. Du kannst jetzt, einfach so wie und wo du bist, sofort starten.

Sei achtsam in deiner Kommunikation

  • Wenn du dich mit jemandem unterhältst, dann widme dich diesem Gespräch. Sonst nichts.
  • Achte auf deine Worte! Versuche alles was du sagst und schreibst positiv zu formulieren.
  • Rede nur über und mit Menschen die anwesend sind. Berichtest du etwas über Andere, dann bleibe frei von bewertung und/oder konzentriere dich auf das Positive.
  • Begegne dir selbst und jedem Menschen mit einem Lächeln. Im Spiegel, auf der Straße, in der Arbeit, beim Einkaufen, am Telefon, einfach immer.
  • Vermeide Bewertungen bei dir selbst, Anderen und in jeder Situation. Es ist wie es ist. Das hilft dir, dich nicht in Dinge hineinzusteigern, die du zu diesem Zeitpunkt nicht ändern kannst.
  • Stelle keine Fotos ins Internet, poste keine Videos etc. die jemand anderen bloßstellen oder negative Botschaften transportieren.

Sei achtsam in deinem Konsumverhalten

  • Wenn du einkaufen gehst, widme dich deinem Einkauf ganzheitlich. Was kaufst du mit diesem Produkt alles mit (Ökologisch, Inhaltsstoffe, Erzeugung, Produktionsbedingungen, …) Was passiert, wenn ich es entsorge?
  • Hinterfrage vor jedem Kauf genau, ob du dieses Ding wirklich brauchst. Wenn dir keine 3 guten Gründe einfallen, warum du es kaufen sollst, dann lass es.
  • Wird etwas kaputt versuche es zu reparieren oder kontaktiere jemanden, der dir helfen kann, bevor du etwas Neues kaufst. Auch Ausborgen ist eine Alternative.
  • Handelt es sich um etwas, dass du ganz wirklich unbedingt kaufen musst, dann suche nach einemR regionalen/lokalen HändlerIN und kaufe es dort.
  • Kaufe keinen Müll. Hinterfrage bei abgepackten Sachen, ob sich der Müllberg lohnt.
  • Nimm Stoffsackerl mit, egal wo du hingehst. Stell einen Korb oder eine Einkaufsbox in deinen Kofferraum.

Sei achtsam mit deinem Körper

  • Wenn du spazieren gehst, dann gehst du spazieren. Sonst nichts.
  • Bewege dich täglich an der frischen Luft.
  • Wenn du irgendeinen Sport machst, oder spazieren gehst, mache dies mit allen Sinnen und mit voller Achtsamkeit.
  • Lege Wege, wenn möglich, so oft es geht zu Fuß zurück.
  • Achte auf eine gute Balance zwischen Anspannung und Entspannung in deinem Alltag, beruflich wie privat.
  • Achte darauf, was du deinem Körper zumutest. Egal ob es ums Essen geht oder darum, was du dir auf die Haut schmierst.

Sei achtsam bei deinen Ernährungsgewohnheiten

  • Wenn du isst, dann isst du. Sonst nichts.
  • Iss nur, wenn du wirklich hungrig bist.
  • Nimm dir mindestens 30 Minuten Zeit für jede Mahlzeit. Setz dich beim Essen hin. Kaue dein Essen bewusst und lass es dir schmecken.
  • Bevor du den ersten Bissen in deinen Mund steckst, denke darüber nach, was alles notwendig war um deinen Teller zu füllen. Sei dankbar dafür.
  • Ernähre dich von saisonalen, regionalen, möglichst biologischen Produkten. Im besten Fall kennst du den Produzenten persönlich.
  • Erstelle dir einen Wochenplan, in dem du aufschreibst was du/deine Familie wann in welcher Menge brauchst. Du betrittst Lebensmittelgeschäfte nur mit dieser Liste und in deinen Einkaufswagen kommen nur Dinge die auf deinem Einkaufszettel draufstehen.
  • 1x pro Woche kommen alle Essensreste auf den Tisch und es wird überlegt, was man daraus kochen könnte. Lebensmittel gehören gegessen und nicht in die Tonne.
  • Schau bei jedem Einkauf in der Ecke „Lebensmittel sind kostbar“ vorbei und gibt auch diesen Nahrungsmitteln eine Chance.
  • Wenn du auswärts essen gehst, dann packe nur so viel auf deinen Teller bzw. bestelle nur so viel, bis du die Genussgrenze erreicht hast. Du musst satt werden, du sollst nach dem Essen noch ruhig atmen können und nicht mit einem Verdauungskollaps das Lokal verlassen.

Sei achtsam im Umgang mit deinen Mitmenschen

  • Wenn du dich mit jemandem Zeit verbringst, dann lass das Handy in der Tasche. Du konzentrierst dich nur auf das Erlebnis mit diesem Menschen. Sonst nichts.
  • Versuche deine Mitmenschen, egal welcher Herkunft, welchen Alters oder mit welchem sozialen Hintergrund gleichwürdig zu behandeln.
  • (Fast) jeder Mensch hat positive Charaktereigenschaften. Konzentriere dich auf diese, lass die anderen Sachen einfach sein.
  • Umgib dich nur mit Menschen, die dir positive Energie geben. Sei auch selbst ein positiver Energiespender.
  • Versuche einen Teil deiner Zeit der Gesellschaft zu widmen. In einem Verein, ehrenamtlich oder einfach so.
  • Behandle alle Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) respektvoll und begegne ihnen mit Dankbarkeit.

Sei dankbar und verbreite Glück

  • Alles was uns im Leben begegnet ist gut, so wie es ist. Alles trägt zu unserem Ich, zu unserem Leben bei. Sei dankbar für alles was dir begegnet.
  • Jeden Abend vor dem Einschlafen denke über deinen Tag nach und rufe dir Erlebnisse und Dinge ins Gedächtnis für die du heute dankbar bist.
  • Führe ein Tagebuch der Dankbarkeit in das du Momente und Begegnungen für die du dankbar bist aufschreibst. Darin kannst du lesen, wenn du einen Glücksmoment brauchst.
  • Sprich anderen gegenüber aus, wenn sie dich glücklich machen oder dir eine besondere Freude machen.
  • Mache jeden Tag einen anderen Menschen glücklich. Bringe einen deiner Mitmenschen zum Lachen oder mach ihm/ihr ein ehrliche Freude.

Dir fehlt ein wichtiger Punkt auf der Liste? Wunderbar! Es gibt genug Platz für deine eigenen Ideen! Sei kreativ und ergänze sie nach Herzenslust.

Jetzt gehts los. Beginne damit einen einzigen oder mehrere Vorschlag umzusetzen. Beobachte, wie es dir damit geht und was sich bei dir verändert. Vielleicht stellst du nach 45 Tagen Achtsamkeit fest, dass du nicht mehr „ohne“ leben willst.

Aber egal was ist, erzähle mir davon! Ich freue mich darauf, von dir zu lesen.

Deine Barbara

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